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Neues vom Baui (Juni 2016)

In der pädagogischen Rahmenkonzeption des Bauspielplatzes Langwasser (Zugspitzstraße 181) aus dem Jahr 1998 sind unter anderem zwei wesentliche Arbeitsprinzipien beschrieben:

Akzeptanz – Das Annehmen der Kinder mit ihren Stärken und Schwächen, Erfahrungen und Verhaltensweisen ist pädagogische Grundhaltung. … Alle Kinder sind gleich willkommen. Sprachliche, körperliche, intellektuelle Defizite und soziale Unterschiede sind kein Hinderungsgrund für emotionale Annahme und Integration.

Internationalität – Unterschiedliche kulturelle Hintergründe und Lebenserfahrungen von Kindern aus verschiedenen Ländern bereichern das Spielplatzgeschehen und sind ein Beitrag zu interkulturellem Verständnis. Konflikte, Vorurteile und Unterschiede werden aufgegriffen und thematisiert. Diese Auseinandersetzung trägt zur Bewältigung von Isolations- und Abgrenzungserscheinungen bei.

Diese Prinzipien passen wie angegossen zu einem Integrationsprojekt, dass das Mitarbeiterteam in Kooperation mit der Grundschule Zugspitzstraße seit April dieses Jahres durchführt. Das Angebot geht auf den ersten Blick ganz einfach. Dazu gehören ehrenamtlich Tätige, wahnsinnig engagierte Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt, die sich – bis auf eine junge Frau, die täglich zu Gange ist -, im Wechsel an mehreren Tagen in der Woche um Kinder aus Übergangsklassen während der Mittagsbetreuung in der Schule kümmern. Des Weiteren die Lehrerinnen, die das Konzept und das Team des Bauspielplatzes aus der praktischen Zusammenarbeit kennen. Dann, zwei Tage in der Woche, an denen Kinder im Alter von 7 bis 10 Jahren in der Mittagszeit auf dem Baui ankommen und spielen können. Es gibt das gemeinsame Ritual, eine Kleinigkeit zu essen (Obst, Brot, Schafskäse, Oliven, Bananenmilch, auch mal einen selbstgebackenen Kuchen – nur um ein paar Beispiele zu nennen), sich immer wieder sein eigenes Namensschild zu schreiben und miteinander zu sprechen. Die Kinder stammen aus Syrien, Bulgarien, dem Irak, der Ukraine und so weiter. Die meisten von ihnen haben unsäglich schlimme Erfahrungen mit Krieg und Flucht zu verarbeiten. Wir gehen auf das Bewegungs- und Spielbedürfnis der Kinder ein, und versuchen auch über gezielte Angebote den Kindern individuelle und gemeinsame Erfolgserlebnisse zu verschaffen. Es kostet Kraft für alle Beteiligten und es ist gleichzeitig ein Projekt, das uns allen vor Augen führt, wie wertvoll unsere wertschätzende Zusammenarbeit ist.  Auch zu den Eltern der Kinder besteht ein regelmäßiger Kontakt, weil sie die Kinder gegen 13.30 Uhr vom Baui abholen kommen. Eine wunderbare Sache.
Bis Ende des Schuljahres 2016 werden wir dieses Angebot halten und uns gegenseitig darin bestärken, einen (kleinen) Teil zur Integration der Kinder und ihrer Eltern (bzw. ihrer Mütter oder Väter) beizutragen. Im neuen Schuljahr – so eine Idee, die sich auch als Forderung an entsprechende Stellen manifestieren könnte — wollen wir gemeinsam weitermachen und um fachliche Unterstützung bitten für ein vertieftes Integrationsprojekt zwischen Schule, Baui und Ehrenamt, damit sowohl die Kinder und ihre Familien, als auch die Ehrenamtlichen und Fachkräfte bei Kräften bleiben. Unser Ziel dabei ist es, Vorurteile abbauen zu helfen und Kindern, egal, wie lange sie nun in unserer Stadt leben, die Dringlichkeit gegenseitiger Wertschätzung zu vermitteln.
Weil zum Zeitpunkt des Formulierens des Artikels hier gerade noch die Fußball-EM stattfindet, möchten wir ausrufen: Wir bleiben am Ball.
Wir sehen uns bei der Langwasser Kirchweih mit Traktor und bunten Kindern in den Umzugswagen!

Lorenz Gradl                                                Inge Trepte
(Vorsitzender des Trägervereins)       (Spielplatzleiterin)

Spielen

Inge Trepte, Spielplatzleiterin Bauspielplatz Langwasser

Rollenspiel macht selbstbewusst

Warum heißt ein Spielplatz eigentlich Aktiv-, Abenteuer-, Natur- Gerümpel- oder Bauspielplatz?

Weil dort: sich bewegen, gestalten, Neues ausprobieren, Naturerfahrungen am laufenden Band machen und mit vielem, was so rumliegt, etwas anfangen können, zum Alltag gehört. Wesentliche Aspekte in der Offenen Arbeit mit Kindern sind die Freiheit, das Spielplatzangebot zu nutzen, wann und wie lange sie wollen und die Identifikation mit der Einrichtung (oder eben auch nicht). Jedes Kind im Alter von 6 – 12 Jahren ist eingeladen zu kommen. Der Platz ist auch offen für kleinere Kinder mit Eltern und ältere, herauswachsende Spielplatzkinder. Die Kinder suchen sich ihre Freunde selbst, doch es gibt oft Situationen und Angebote in denen sie lernen, sich mit anderen, neuen zu arrangieren. Das bedeutet unter anderem auch, dass pädagogische Arbeit durch ein hohes Maß an Motivations- und Animationsfähigkeit bestimmt sein muss. Integration ist ein Zauberwort. Ob das nun das freie Spiel oder angeleitete Gruppenspiele betrifft, immer sind höchst heterogene Gruppenkonstellationen im Spiel (Alter, Geschlecht, Nationalität, Stammkind/neues Kind).

Soweit, so gut.

Aber was ist mit spielen?

Es gibt Tage, da spielen die Kinder so wie ich mich gerne erinnere, in der eigenen Kindheit gespielt zu haben. Rollenspiele, die da heißen „Mudderlens und Vadderlens“ (das war fränkisch), „Mutter, Vater, Kind“, „wir kochen Suppe! willst du zum Essen kommen?“ „wir sind Sanitäter, Polizisten, Verbrecher, Richter …“, „wir heiraten“, „Schule“, „Ringkampf“, „die Schmiede an der Feuerstelle“ sind dann angesagt.

Ich freue mich über solche Tage und eigentlich kommen sie gar nicht so häufig vor, wie ich mir das wünschen würde. Der Wert des Abtauchens in die Welt der Phantasie liegt im Schöpfen von Kraft für den alltäglichen Kampf, für Leistungsfähigkeit, die konkret erlebbar ist, weil Maßstäbe und Anforderungen selber aufgestellt werden. Man kann demnach sagen, dass Kinder, die regelmäßig Rollenspiele entwickeln, selbstbewusste, starke Kinder wären. Kinder, die mit sich und der Welt etwas anfangen können.

Es stellt sich die Frage, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit Kindern diese Gelegenheit zum Spielen eröffnet wird; ich zweifle bei den meisten nicht, dass sie die Fähigkeit zum Spielen haben; zu viele Kinder stehen allerdings so sehr unter Spannung, dass es für sie nahezu unmöglich ist, sich entspannt auf Spielen einzulassen.

Was können wir tun?

Respektvollen Umgang miteinander in freund(schaft)licher Atmosphäre pflegen, Standpunkte und Regeln als Angebote verstehen, Humor und Fröhlichkeit nicht verachten, persönliche Stärken und Fähigkeiten einbringen (im Sinne von Kompetenz), Wissen einbringen, das alles gibt Kindern Sicherheit und Orientierung. Sie sollten sich darauf verlassen können, dass sie Kind sein dürfen.

Ansprechende, kreative Gestaltung des Spielplatzes befördern, den Spielplatz wachsen lassen und ihn veränderbar halten, Unordnung zulassen, Materialien, Räume und Räumlichkeiten von unterschiedlichster Dimension zur freien Verfügung stellen. Wenn die Kinder dann noch in die Gestaltung und die Abläufe im Alltag und zu besonderen Events einbezogen sind, und das sind sie auf einem von Profis betreuten Spielplatz, hat man gute Voraussetzungen für die Lust am Rollenspiel geschaffen. Kinder brauchen ein durchdachtes Umfeld, das sie sich erobern können und das ihnen Akzeptanz, Wärme und Geborgenheit vermitteln kann.

Förderung

Sprache als Werkzeug

Betrachtungen und Gedanken zur Sprachförderung in der Offenen Arbeit mit Kindern

Inge Trepte / Bauspielplatz Langwasser

Unser Spielplatz war schon immer unaufgeräumt, anregend, wild, gefährlich und vollgepflastert mit unterschiedlichstem Material. Manche Ecken wirken idyllisch, romantisch, heimelig, naturverbunden und rühren das Herz des Besuchers zu nostalgischen Gefühlen und aus seinem Munde fließen wehmütige Erinnerungsfetzen an die längst vergangene Kindheit, die, hätte sie solch Möglichkeit auch nur im entferntesten gehabt oder ach bei uns auf dem Lande hatte besagte noch diese Qualität, die man wohl auch heute noch Kinderspiel und Lebensfreude nennt; hier wär man auch gern nochmal Kind, wenn nicht die Zeiten heutzutage für die Kinder und die Alten und politisch gesehen und der viele Verkehr in den Städten und die schlechte Luft und wer kümmert sich eigentlich noch um den anderen… „Ey, du kleiner Wichser, halt´s Maul, du Hurensohn. Arschloch, wenn ich dich erwische, bist du tot. Ey, was machst´n du kleiner Wichser da? Du bist doch zu blöd, ein Feuer anzubringen, ey schau mal her, so macht man das. Krieg ich auch ne Kartoffel, ey geile Weiber bumsen is geil, ich brauch Werkzeug, der Paul hat mir die Luft rausgelassen, die Säge will ich nimmer, warum? Die quietscht… Sie sind verbunden mit dem automatischen Anrufbeantworter. Sie können uns… Wir rufen sie dann zurück.“ Die Lern- und Behaltensleistungen des Schulkindes sind. (…………) auf das Engste mit seinen sprachlichen Fähigkeiten verknüpft. (…). wenn die schule — und hier insbesondere der muttersprachliche Unterricht — auch eine gewisse Homogenisierung des Lernangebots und damit der sprachlichen Anregungen bedeutet, so bleiben doch die schon im Vorschulalter zu beobachtenden erheblichen interindividuellen Differenzen in den sprachlichen Leistungen einzelner Kinder nicht nur bestehen, sondern sie verstärken sich im Lauf der Schulkindzeit teilweise noch. Weite Leistungsstreuungen lassen sich in allen Bereichen des sprachlichen Verhaltens beobachten, (…).“ Zitat: H. Nickel; Entwicklungspsychologie des Kindes- und Jugendalters; S. 204 u.205. (1975) „Obwohl Sprache durch Gesten und Schreiben vermittelt werden kann, bleibt sie ihrem eigentlichen Wesen nach ein Erzeugnis des Stimmtrakts und eine Botschaft fürs Ohr. Ein Verständnis der Evolution der menschlichen Sprache und ihrer heutigen Repräsentation im Gehirn wird wahrscheinlich weit fehlgehen, wenn es die innige Verbindung zwischen der Sprache und dem auditiv-oralen Apparat zu gering einschätzt. Ebenso wird ein Sprachforscher, der sich ausschließlich auf den anatomischen Apparat konzentriert, die erstaunliche Flexibilität der Sprache übersehen, die Vielfalt, mit der Menschen -begabte wie behinderte – ihr sprachliches Erbe zu kommunikativen und expressiven Zwecken nutzen. (…………) In einem weit zurückliegenden Stadium der Evolution könnten Musik und Sprache aus einem gemeinsamen expressiven Medium hervorgegangen sein.“ Zitat: Howard Gardner; Abschied vom IQ; Die Rahmen-Theorie der vielfachen Intelligenzen;

Bauspielplatz Langwasser Nürnberg

Der neue kellerraum „die höhle“ birgt in sich
die möglichkeit des rückzugs aus der oft
unüberschaubaren und die kinder
überfordernden situation im spielhaus und
auf dem platz. In der höhle sind betreuerInnen.
uneingschränkt für sie da. Der raum steht nicht
offen; man kann nicht einfach „hereinschneien“
kein unverbindliches kommen und gehen;
der raum wird sauber gehalten;
keine straßenschuhe, nicht essen und trinken;
keine abhause, keine beschädigung
von mobiliar und spielangeboten;
möglichkeit zur teilnehmer- u altersbegrenzung
möglichkeit zu geschlechtlich getrennter
gruppenzusammenstellung ; klare verhaltens-
regeln und strukturen; wertschätzung von
personen und dingen; individuum u. umwelt;
austausch u. kommunikation; ausdrucks-
möglichkeit, kreativität, sprachvermögen;
beziehungsfähigkeit.
„Höhle“ im Keller des Spielhauses des Bauspielplatz Langwasser Nürnberg

Wie gesagt, unser Spielplatz war schon immer unaufgeräumt, anregend, wild, gefährlich und vollgepflastert mit unterschiedlichstem Material………..und manche Ecken gestalten wir bewusst heimelig, warm und leer, damit sie das Herz der Benutzer öffnen und aus den Mündern sprudeln viele Geschichten, wie Flüsse, die alle in ein und dasselbe Meer fließen und du wärst halt der Koch, der, mit dem Papagei in der Schiffsküche; ich bin der Kapitän, scheiße, immer du; dann spiel ich nicht mehr mit; du kannst dafür meinen Teddybären als Papagei nehmen . dort hinten wär halt die Insel, auf der der Schatz versteckt wär. Und ihr zwei wärd halt krank und der Doktor will ich sein ……….aber Großmutter, warum ?……………“In der Sprache vollzieht sich aber nicht nur die Erschließung der Welt; auch der Mensch selber entwickelt sich zu seinem eigenen Wesen erst durch die Sprache“(Bollnow, 1966,183).

Bernstein, Oevermann u.a. haben hinlänglich die Bedeutung der Sprache für die soziale Entwicklung des Menschen belegt und damit sowohl Anregungen für eine kompensatorische Sprachentwicklung gegeben, andererseits aber auch die Tatsache in das Bewusstsein aller gerückt, dass die kognitiven Fähigkeiten des Individuums, sein Problemlösungsverhalten, die differenzierten Denkformen usw. auch vom Sprachvermögen bestimmt werden. Aber der Mensch hat „im Hinblick auf sein Umgehen-Lernen mit der Sprache keine Wahlmöglichkeit, denn er kann in frühen Jahren nur das lernen, was ihm angeboten wird „.(Gutt/Salffner, 1972,)

Bestimmt wird dieses Angebot durch das Sprachvermögen und die Formen der sprachlichen Zuwendung der Erzieher in der jeweiligen Sozialisationsinstanz.—

In die Sprachentwicklung eingebettet ist also auch die Entwicklung der kognitiven und emotionalen Fähigkeiten

(………….) Daher ist es notwendig, didaktische Möglichkeiten und Prinzipien emanzipatorischer Sprachschulung aufzuweisen. Dabei verstehen wir (…….) nicht ein einseitiges Sprachtraining zur Anpassung an ein mittelständisches Sprachniveau, sondern meinen die gezielte Förderung des kognitiven Potentials des Individuums, die Förderung und Schulung des Empfindens und Sprechens. „Ziel solcher Sprachschulung muss es sein, sowohl die kognitiven Fähigkeiten der Schüler zu stärken, als auch Emotionalität frei verfügbar zu machen für kollektives Handeln.“ (Gutt/Salffner 1972,Sozialisation und Sprache).

Das Werkzeug „SPRACHE“ sichert dem Menschen“ die Verbindung mit der sozialen Welt seiner Sprachgenossen. Im sprachlichen Denken eröffnet es ihm die Welt des Geistigen. Und im Gespräch der Seele mit sich selbst — wie Platon es genannt hat — schafft sich der Mensch mit Hilfe der Sprache die innere Welt seines eigenen Ichs.“ (Hörmann,1971)“ Zitat: Claus D. Freymann, Kaiserswerth; Die Sprache — ihre pädagogischen und therapeutischen Funktionen

soviel zum thema: DER OFFENE ANSATZ –
– Sozialpädagogische Institutionen und die Sprachlosigkeit
oder … ich spreche, also bin ich

Betreuung

Unser gesetzlicher Auftrag als anerkannter Träger der freien Jugendhilfe leitet sich ab aus dem Kinder- und Jugendhilfegesetz (Achtes Buch Sozialgesetzbuch).

Erstes Kapitel §1 Absatz (1) „Jeder junge Mensch hat ein Recht auf Förderung seiner Entwicklung und auf Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit.“, Absatz (3 ) „Jugendhilfe soll zur Verwirklichung des Rechts nach Absatz (1) insbesondere“
1. junge Menschen in ihrer individuellen und sozialen Entwicklung fördern und dazu beitragen, Benachteiligungen zu vermeiden oder abzubauen,
2. Eltern und andere Erziehungsberechtigte bei der Erziehung beraten und unterstützen,
3. Kinder und Jugendliche vor Gefahren für ihr Wohl schützen,
4. dazu beitragen, positive Lebensbedingungen für junge Menschen und ihre Familien sowie eine kinder- und familienfreundliche Umwelt zu erhalten oder zu schaffen.

Erstes Kapitel § 9 Grundrichtung der Erziehung und die Gleichberechtigung von Mädchen und Jungen.
„Bei der Ausgestaltung von Leistungen und der Erfüllung der Aufgaben sind … (§ 9)
2. die wachsende Fähigkeit und das wachsende Bedürfnis des Kindes oder des Jugendlichen zu selbständigem, verantwortungsbewusstem Handeln sowie die jeweiligen besonderen sozialen und kulturellen Bedürfnisse und Eigenarten junger Menschen und ihrer Familien zu berücksichtigen.
3. die unterschiedlichen Lebenslagen von Mädchen und Jungen zu berücksichtigen, Benachteiligungen abzubauen und die Gleichberechtigung von Mädchen und Jungen zu fördern.“

Zweites Kapitel § 11 Jugendarbeit Absatz (1) „Jungen Menschen sind die zur Förderung ihrer Entwicklung erforderlichen Angebote der Jugendarbeit zur Verfügung zu stellen. Sie sollen an den Interessen junger Menschen anknüpfen und von ihnen mitbestimmt und mitgestaltet werden, sie zur Selbstbestimmung befähigen und zu gesellschaftlicher Mitverantwortung und zu sozialem Engagement anregen und hinführen.“

Absatz (3) „zu den Schwerpunkten der Jugendarbeit gehören: „1. außerschulische Jugendbildung mit allgemeiner politischer, sozialer, gesundheitlicher, kultureller, naturkundlicher und technischer Bildung“

Eine weitere Grundlage dieser Konzeption und deren praktischer Umsetzung stellt der Rahmenplan Jugendhilfe Teilplan „Spielen in der Stadt“ Dezember 1990 (2. Auflage ) des Jugendamtes der Stadt Nürnberg dar. Hier einige grundsätzlich Aspekte:

  • päd. betreute Spielplätze stellen eine Ergänzung zu anderen Spielmöglichkeiten für Kinder dar;
  • hervorgehoben wird die Notwendigkeit des Spielens für den Entwicklungsprozess von Kindern;
  • es werden klare Aussagen zu Zielsetzung, Struktur und Gestaltung von Aktivspielplätzen getroffen;
  • es gibt Regelungen zur Förderung und Unterstützung der Trägervereine durch die Stadt Nürnberg;
  • es gibt Regelungen und Verträge, die Zusammenarbeit zwischen Trägerverein und dem Jugendamt der Stadt Nürnberg bestimmen;

des weiteren dienten als Arbeitsgrundlagen zur Erstellung der Rahmenkonzeption / BSP Langwasser das Leitbild Offene Kinder- und Jugendarbeit im Jugendamt der Stadt Nürnberg und der vorläufige Entwurf des KidS Stadtteilkonzept Langwasser und Bauernfeind.

Rahmenkonzeption

Die Rahmenkonzeption für den Bauspielplatz Langwasser

GLIEDERUNG

Vorwort

1. Einrichtung

Art der Einrichtung
Träger
Adresse
Öffnungszeiten

2. Rahmenbedingungen

Gesetzliche Grundlagen (Kinder- und Jugendhilfegesetz)
Rahmenplan Jugendhilfe Teilplan „Spielen in der Stadt“ (Jugendamt d. Stadt Nürnberg)
„Leitbild Offene Kinder- u. Jugendarbeit im Jugendamt der Stadt Nürnberg“
Entwurf des „KidS Stadtteilkonzept Langwasser u. Bauernfeind“
Beschreibung des Stadtteils bzw. des Einzugsgebiets (Langwasser Nord)

3. Arbeitsbedingungen und Strukturen

Zuständigkeiten / Kompetenzen
Ressourcen / Ausstattung

4. Zielgruppen

5. Ziele

6. Arbeitsprinzipien

7. Arbeitsschwerpunkte / Handlungsfelder

8. Arbeitsformen und Methoden

9. Kooperation und Stadtteilarbeit

10. Schlusswort

Nachtrag

1. EINRICHTUNG

Einrichtung der Offenen Kinder- u. Jugendarbeit < Bauspielplatz Langwasser >
Trägerverein ist die „Elterninitiative Bauspielplatz Langwasser U e.V.“,
Zugspitzstr. 181 in 90471 Nürnberg; Tel.: +49 911 863500.

Der Spielplatz ist jeweils Montag bis Freitag geöffnet während der:
Schulzeit von 13.00 bis 17.30 Uhr,
Schulferien von 11.00 bis 17.00 Uhr

2. RAHMENBEDINGUNGEN

Unser gesetzlicher Auftrag als anerkannter Träger der freien Jugendhilfe leitet sich ab aus dem Kinder- und Jugendhilfegesetz (Achtes Buch Sozialgesetzbuch).

Erstes Kapitel §1 Absatz (1)“Jeder junge Mensch hat ein Recht auf Förderung seiner Entwicklung und auf Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit.“, Absatz (3 )“Jugendhilfe soll zur Verwirklichung des Rechts nach Absatz (1) insbesondere“
1. junge Menschen in ihrer individuellen und sozialen Entwicklung fördern und dazu beitragen, Benachteiligungen zu vermeiden oder abzubauen,
2. Eltern und andere Erziehungsberechtigte bei der Erziehung beraten und unterstützen,
3. Kinder und Jugendliche vor Gefahren für ihr Wohl schützen,
4. dazu beitragen, positive Lebensbedingungen für junge Menschen und ihre Familien sowie eine kinder- und familienfreundliche Umwelt zu erhalten oder zu schaffen.

Erstes Kapitel § 9 Grundrichtung der Erziehung und die Gleichberechtigung von Mädchen und Jungen.
„Bei der Ausgestaltung von Leistungen und der Erfüllung der Aufgaben sind ..(§ 9)
2. die wachsende Fähigkeit und das wachsende Bedürfnis des Kindes oder des Jugendlichen zu selbständigem, verantwortungsbewusstem Handeln sowie die jeweiligen besonderen sozialen und kulturellen Bedürfnisse und Eigenarten junger Menschen und ihrer Familien zu berücksichtigen.

3. die unterschiedlichen Lebenslagen von Mädchen und Jungen zu berücksichtigen, Benachteiligungen abzubauen und die Gleichberechtigung von Mädchen und Jungen zu fördern.“

Zweites Kapitel § 11 Jugendarbeit Absatz (1) „Jungen Menschen sind die zur Förderung ihrer Entwicklung erforderlichen Angebote der Jugendarbeit zur Verfügung zu stellen. Sie sollen an den Interessen junger Menschen anknüpfen und von ihnen mitbestimmt und mitgestaltet werden, sie zur Selbstbestimmung befähigen und zu gesellschaftlicher Mitverantwortung und zu sozialem Engagement anregen und hinführen.“

Absatz (3) „zu den Schwerpunkten der Jugendarbeit gehören: „1. außerschulische Jugendbildung mit allgemeiner politischer, sozialer, gesundheitlicher, kultureller, naturkundlicher und technischer Bildung“

Eine weitere Grundlage dieser Konzeption und deren praktischer Umsetzung stellt der Rahmenplan Jugendhilfe Teilplan „Spielen in der Stadt“ Dezember 1990 (2. Auflage ) des Jugendamtes der Stadt Nürnberg dar.

Einige grundsätzliche Aspekte seien hier erwähnt:

päd. betreute Spielplätze stellen eine Ergänzung zu anderen Spielmöglichkeiten für Kinder dar;
hervorgehoben wird die Notwendigkeit des Spielens für den Entwicklungsprozess von Kindern;
es werden klare Aussagen zu Zielsetzung, Struktur und Gestaltung von Aktivspielplätzen getroffen;
es gibt Regelungen zur Förderung und Unterstützung der Trägervereine durch die Stadt Nürnberg;
es gibt Regelungen und Verträge, die Zusammenarbeit zwischen Trägerverein und dem Jugendamt der Stadt Nürnberg bestimmen;

Des Weiteren dienten als Arbeitsgrundlagen zur Erstellung der Rahmenkonzeption / BSP Langwasser das Leitbild Offene Kinder- und Jugendarbeit im Jugendamt der Stadt Nürnberg und der vorläufige Entwurf des KidS Stadtteilkonzept Langwasser und Bauernfeind.

Stadtteil/ Einzugsgebiet (Langwasser Nord)
Die direkte Umgebung des Spielplatzes ist geprägt von Hochhäusern, Reihenhaussiedlungen, modernen Wohnblöcken und monoton angelegten Grünanlagen. Viele Spaziergänger sind hier mit ihren Hunden anzutreffen. Es stehen Einkaufszentren zur Verfügung, die in der Regel in der Nähe von U-Bahn-Stationen angelegt sind. Hier sind auch einige Gaststätten, Spielsalons, Banken, Post, kleinere Handwerks betriebe und Arztpraxen aufzufinden.

Die Grundschule in der Zugspitzstraße grenzt im Nordwesten mit ihrem Sportplatz an den Spielplatz an; der Sportplatz ist für die Kinder des Bauspielplatzes, sowie für diverse andere Gruppen an bestimmten Tagen nachmittags und abends zur Benutzung freigegeben. Im Südosten schließt sich eine Wiese mit Hügel, der sog. „Baui-Berg“ direkt an den Spielplatz an. Das Grundstück wird von kleinen Kindern und den Spielplatzkindern speziell im Winter zum Rodeln , aber auch im Sommer von Erwachsenen (Aussiedlerfamilien) und Kindern als Liege- u. Spielwiese genutzt.

Die evang. Dietrich-Bonhoeffer-Kirche ist mit ihrem Kindergarten und Gemeindehaus der nächste „öffentliche Nachbar“. Die Gemeinde baut momentan ein neues Jugendhaus auf, nachdem vor einigen Jahren die „Notkirche“ abgebrannt war. Einige Kinder- und Jugendgruppen werden von der Kirchengemeinde betreut.
Weitere benachbarte Institutionen sind der städt. Kinderhort/Zugspitzstr., die katholische Kirchengemeinde „Menschwerdung Christi“ mit ihrem Kindergarten, das Buni (Freizeitangebote für Behinderte und Nichtbehinderte Menschen), der Jugendtreff Langwasser, die Berthold-Brecht-Gesamtschule, die evang. Kirchengemeinde „Martin-Niemöller“.

Im direkten Einzugsgebiet des Bauspielplatzes wohnen über 41% Angestellte, ca. 32% Fach- und sonst. Arbeiter, ca. 15% Beamte. In über 10% der Familien gehen beide Elternteile arbeiten; 4,5% sind Alleinerziehende. Zu den 6% ausländischen Mitbürgern zählen Aussiedlerfamilien nicht.
(Datenstand vom 31.12.92 Amt für Stadtforschung und Statistik.)
Laut Angaben in der momentan zu erstellenden Stadtteilkonzeption für Langwasser und Bauernfeind dürfte die Bevölkerung Langwassers zu 35 – 50% aus Aussiedlern bestehen.

Der sozioökonomische Hintergrund der Eltern, bedingt durch Einkommens-, Wohnungs- und Familiensituation, sowie die Schichtzugehörigkeit, bestimmt die Realität der Kinder und erzeugt zum Teil gravierende Defizite, wie z. B.: ungenügende Ernährungssituation, fehlende emotionale Zuwendung und Orientierungsmöglichkeiten, mangelhafte haltgebende Strukturen .

3. ARBEITSBEDINGUNGEN UND STRUKTUREN

3.1 Zuständigkeiten

Zwei hauptamtliche Fachkräfte, angestellt vom Jugendamt der Stadt Nürnberg, sind an den Trägerverein beurlaubt. Dienst- und Fachaufsicht liegen beim Verein. (Dazu wurde im Juni 1997 von Vertretern des Jugendamtes Abt. J/5, des Vorstandes der Elterninitiative und den MitarbeiterInnen des Bauspielplatzes ein Papier erstellt.) Grundlage für die Führung der Vereinsgeschäfte, die konzeptionelle Arbeit, die pädagogische Arbeit ist Aufgabenteilung, Delegation und gegenseitiger Informationsfluss.
In der Regel finden Teambesprechungen, Vor- u. Nachbereitung, Anleitung von Praktikanten, Teilnahme an diversen Arbeitskreisen und Vereinssitzungen etc. außerhalb der Öffnungszeiten statt.

3.2 Ressourcen / Ausstattung

Finanzielle Voraussetzung bildet ein Betriebskostenzuschuss der Stadt Nürnberg, über den der Verein jährlich einen Verwendungsnachweis erstellt. Ebenso ist eine jährliche Neubeantragung der Gelder im Jugendhilfeausschuss notwendig.
Über Spenden, Beiträge und sonstige Einnahmen ( z. B.: Betreuung von erststraffälligen Jugendlichen in Zusammenarbeit mit der Jugendgerichtshilfe und Jugendrichtern des Amtsgerichts Nürnberg ) erwirtschaftet der Verein eigene Mittel, um den realen Finanzbedarf zu decken.
Neben der festen, personellen Ausstattung mit zwei hauptamtlichen MitarbeiterInnen, stellt die Besetzung der Berufspraktikantenstelle eine variable Größe dar. Im Moment stehen für 7 ASPs in Nürnberg fünf AnerkennungspraktikantInnen, ein Fachhochschulpraktikant / -praktikantin und ein Vorpraktikant / -praktikantin zur Verfügung. Mit einem Rotationssystem, welcher ASP wann, welche Jahrespraktikanten zur Ausbildung auf dem Platz hat, wird der Einsatz der PraktikantInnen geregelt.
Block- u. BegleitpraktikantInnen von Fachakademien für Sozialpädagogik, Fachhochschulen und Fachoberschulen lassen sich in einer vorausschauen den Jahresübersicht nicht einplanen.
Bei personellen Engpässen oder besonderen Aktivitäten finanziert die Elterninitiative Honorarkräfte.

Ehrenamtliche Tätigkeiten werden von Vereinsmitgliedern, Vorstandschaft; Eltern und Interessierten ausgeführt (z. B. Hilfen bei der Vorbereitung und Durchführung von Veranstaltungen und Umbau- und Instandhaltungsarbeiten).

Der Bauspielplatz Langwasser hat eine Gesamtgröße von ca. 3.200 qm. Darauf steht das Spielhaus mit einer Grundfläche von 10 x10 m mit einem Keller- und Erdgeschoss.
Im Keller befinden sich zwei Gruppenräume, ein Materiallager und Anschlusskeller;. im Erdgeschoss das Büro, Toiletten und eine Dusche, ein großer Gruppenraum mit integrierter Küche. (Näheres siehe Planskizzen)
Mit Arbeitsmitteln, wie Werkzeugen, Tonbrennofen, Stereoanlage, Spielmaterialien ist der Platz momentan relativ gut ausgerüstet.

4. ZIELGRUPPEN

Laut Vereinssatzung ist der Besuch des Bauspielplatzes für alle Kinder kostenlos und nicht an die Mitgliedschaft der Eltern im Verein gebunden.

Kernzielgruppe sind Kinder im Alter von 6 bis 12 Jahren. Der Anteil von Mädchen und Jungen ist in dieser Altersgruppe als sehr ausgewogen anzusehen.

Die Mehrzahl der Kinder sind regelmäßige Besucher, brauchen ein hohes Maß an Aufmerksamkeit und Zuwendung; nicht wenige zeigen Verhaltensauffälligkeiten. Geringe Frustrationstoleranz, Unausgeglichenheit und eine unausgewogene und/oder unregelmäßige Ernährungssituation vieler Spielplatzkinder sind Ursachen von zu beobachtenden Entwicklungsstörungen und Auslöser vieler Konfliktsituationen.
Darüber hinaus befinden sich 13- bis 14-Jährige Jugendliche auf dem Platz, die aus dem Alter der Kerngruppe herausgewachsen sind. Der Anteil der Jungen überwiegt in dieser Altersgruppe.
Problematisch stellt sich deren Ablösung dar. Es fehlt ein spezielles Betreuungsangebot und die entsprechenden Konzeptionen für diese Altersgruppe in den bestehen den umliegenden Jugendeinrichtungen. Dadurch wird ein fließender Übergang mit dem Ziel der Integration in eine andere Einrichtung der (Offenen) Jugendarbeit erschwert. Eltern und Großeltern nutzen mit ihren Kleinkindern (vom Säuglings- bis Vorschulalter) den Bauspielplatz, um sich dort mit Bekannten oder Freunden aufzuhalten. Attraktivität haben hierbei das Feuer, die Tiere, die Sprungmatte, ältere Kinder und erste Versuche im Umgang mit Werkzeug. BetreuerInnen und die jeweiligen Bezugspersonen kommen dabei meistens gut miteinander ins Gespräch.
Vorschulkinder, die alleine oder mit älteren Geschwistern oder Freunden zum Spielplatz kommen, können in der Regel gut integriert werden.
Zusammen mit den deutschen Kindern bilden Kinder aus Aussiedlerfamilien den Hauptanteil der Besucher. Daneben integrieren sich z.B.: deutsch-amerikanische, syrische, türkische Kinder.
Jugendliche ab 13 Jahren zählen nicht zur Zielgruppe. Ihre Bedürfnisse und Interessen sind in der Regel nicht mit der Angebotsstruktur des Spielplatzes zu vereinbaren.
Besucher und Fachgruppen aus diversen Einrichtungen des gesamten Stadtgebietes und darüber hinaus (z. B.: Kinderheime, Blindenschule, Schulklassen, Studierende und Dozenten der Fachschulen, Städteplaner) werden gastfreundlich empfangen und über den Spielplatzbetrieb informiert.

5. ZIELE

Kinder sind interessiert an Erlebnissen, Chancen, Erfahrungs- und Lernmöglichkeiten, die ihnen spannend, attraktiv und anregend erscheinen. Der Bauspielplatz Langwasser ist durch sein offenes Prinzip und die Möglichkeiten für elementare Naturerfahrungen imstande dieses Maß an Attraktivität zu bieten. Der Platz ist ein kreatives Übungsfeld, in dem unter anderem soziale Kompetenz erlernt werden kann und trägt damit zur Lebensbewältigung bei.
Die Zielsetzung stichpunktartig dargestellt, umfasst:

Förderung der Persönlichkeitsentwicklung der Kinder
Orientierung an Bedürfnissen der Kinder
Eintreten für Chancengleichheit
Bildungsmöglichkeiten schaffen
Schaffung von kinder- u. familienfreundlichen Strukturen /Umfeld
Öffentlichkeit herstellen
ehrenamtliche Tätigkeit fördern
politische Bildung ermöglichen und Demokratieverständnis fördern
Vernetzung im Stadtteil

Die Zielsetzung, deren Begründung und ihre methodische Umsetzung wird in der pädagogischen Konzeption weiter ausgeführt.

6. ARBEITSPRINZIPIEN

Unsere Arbeitsprinzipien werden von einem humanistischen, demokratischen Menschenbild geprägt. Der Leitgedanke soll Hilfe zur Selbsthilfe sein.

Die Arbeitsprinzipien auf dem Bauspielplatz sind:
Akzeptanz: Das Annehmen der Kinder mit ihren Stärken und Schwächen, Erfahrungen und Verhaltensweisen ist pädagogische Grundhaltung. Sie wird wahrnehmbar in der Interaktion zwischen Betreuern und Kindern, Betreuern und Eltern.
Alle Kinder sind gleich willkommen. Sprachliche, körperliche, intellektuelle Defizite und soziale Unterschiede sind kein Hindernisgrund für emotionale Annahme und Integration.

Offenheit: Kinder können innerhalb der Öffnungszeiten ohne Anmeldung den Platz besuchen. Anhand unserer Ziel- u. Kerngruppe wird deutlich, dass das Prinzip der Offenheit auf dem Platz so umgesetzt wird, dass die unterschiedlichen Nationalitäten und ethischen Gruppen beider Geschlechter die Einrichtung besuchen und sich integrieren.
Väter, Mütter, Nachbarn und interessiert nehmen am Vereins- und Platzleben teil. Sie finden in den MitarbeiterInnen Ansprechpartner.

Parteilichkeit: Konflikte und Nöte aus dem Umfeld der Kinder (Schule, Elternhaus, Freizeit) werden angenommen und mit ihnen bearbeitet. Mitarbeiter und Vereinsvertreter setzen sich für die Interessen der Kinder ein und fungieren als deren Anwalt. Gegebenenfalls werden allgemeine Missstände thematisiert und in die öffentliche Diskussion eingebracht ( z.B.: Ernährungssituation, Auflösung von geschlechtlichen Rollenfixierungen ).

Freiwilligkeit: Die Kinder nehmen Angebote nach eigenen Bedürfnissen und Interessen wahr. Damit schaffen sie sich eigenen Handlungsspielraum und werden darin von den BetreuerInnen unterstützt.

Lebensweltorientierung: Der sozialräumliche Ansatz bezieht sich auf die Realität der Kinder.
Offene Angebote schließen die Lücke zwischen den Interessen der Kinder und den realen Möglichkeiten der Welt der Erwachsenen.

Veränderbarkeit: Offene Arbeit richtet sich nicht nach festgelegten Normen vergangener Zeiten, sondern lebt in direktem Bezug zu aktuellen gesellschaftlichen Veränderungen. Diese flexible Haltung erstreckt sich sowohl auf Angebote, als auch auf die Nutzung von Räumen und Ressourcen und auf die inhaltliche Orientierung (z.B.: Hausaufgabenbetreuung als mögliche Programmerweiterung).

Partizipation und Vielfalt: Bei der Planung und Durchführung von Programm und Projekten werden die Kinder und ihre Vorstellungen nicht nur mit einbezogen (Konferenz), sondern sind maßgeblich an deren Ausrichtung beteiligt. Über das aktive Mitgestalten ist das Umsetzen eigener Ideen und Interessen in ihrer Vielfalt gegeben.

Internationalität: Unterschiedliche kulturelle Hintergründe und Lebenserfahrungen von Kindern aus verschiedenen Ländern bereichern das Spielplatzgeschehen und sind ein Beitrag zu interkulturellem Verständnis. Konflikte, Vorurteile und Unterschiede werden aufgegriffen und thematisiert. Diese Auseinandersetzung trägt zur Bewältigung von Isolations- und Abgrenzungserscheinungen bei.

Selbstreflexion und Reflexion der Struktur ist die notwendige Rückkopplung auf Zielsetzung und Zielgruppen. Die vorher beschriebenen Arbeitsprinzipien sind maßgebliche Leitsätze sozialpädagogischer Arbeit. (Siehe pädagogische Konzeption)

7. ARBEITSSCHWERPUNKTE / HANDLUNGSFELDER

hier sind Arbeitsbereiche aufgezählt und in Gruppen zugeordnet.

Gruppe 1: Pädagogische Arbeit, Teamarbeit, Reflexion und Fortbildung, Praktikantenausbildung, Elternarbeit, Organisation des Betriebes, Betreuung von erststraffälligen Jugendlichen mit Arbeitsauflage;

Gruppe 2: Handwerkliche Arbeit, hauswirtschaftliche und pflegerische Arbeit, Materialbeschaffung, Tiere, Garten;

Gruppe 3: Vereinsarbeit, Stadtteilarbeit, Öffentlichkeitsarbeit, Verwaltung, Arbeit mit Ehrenamtlichen, Einsatz von Honorarkräften, Besuchergruppen

8. ARBEITSFORMEN und METHODEN

Offene Kinder- und Jugendarbeit — Kinder können auf der Grundlage der Freiwilligkeit und der Wahlmöglichkeit die unterschiedlichen, kontinuierlichen Angebote nutzen

Projektgruppen —– z.B.: Gauklervolk, Auftritte, Garten, Turniere (Fußball, Basketball) feste Angebote (Freiwilligkeit) —– Kinderkonferenz, gemeinsames Arbeiten und Essen, Ausflüge, Ferienfahrten

9. KOOPERATION und STADTTEILARBEIT

Zur Integration und Profilierung der Einrichtung „Bauspielplatz Langwasser“ bedarf es der Kooperation und Vernetzung mit ausgegliederten fachrelevanten Institutionen.

Dazu gehören die
Zusammenarbeit mit dem Jugendamt
Zusammenarbeit der hauptamtlichen MitarbeiterInnen der Nürnberger Aktivspielplätze
Zusammenarbeit mit verschiedenen Ämtern der Stadt Nürnberg
Zusammenarbeit mit AK Langwasser

Kontakte zu Horten, Schulen, Allgemeine Soziale Dienste, Jugendrichter und Jugendgerichtshilfe, Kirchengemeinden
Kontakte zu diversen städt. Einrichtungen wie städt. Bühnen, Reinigungs- und Fuhramt, Schulmöbellager, NOA

Teilnahme an Stadtteilaktivitäten, Straßenfesten, Kirchweihumzug

Überregionale Fachtagungen in Zusammenarbeit ASPs, Jugendamt Stadt Nürnberg, Kreisjugendring München, Bayerischer Jugendring (Vorbereitung, Durchführung, Teilnahme)

Mitgliedschaft im Fachverband ABA Offene Arbeit mit Kindern e.V.

10. SCHLUSSWORT

Die Einrichtung Bauspielplatz Langwasser bemüht sich in einem permanenten Arbeitsprozess, an dem die Vorstandschaft, Vereinsmitglieder und die BetreuerInnen beteiligt sind, Angebote und Strukturen des Platzes zu aktualisieren. Maßgabe hier für sind gesellschaftliche Veränderungen und neue Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen.
Somit erfährt auch eine Konzeption Veränderbarkeit im Spiegel der Zeit.

Die Rahmenkonzeption für den Bauspielplatz Langwasser wurde erstellt im Februar / März 1998 von

Bonifaz Kreuzer und Ursula Bakowski ——————– für den Vorstand
Andreas Hirsch und Harald Trepte ————————- Vereinsmitglieder
Inge Trepte und Joachim Ueberall ————————- Spielplatzleitung und Mitarbeiter

Titelblatt : Bianca Scholz
Pläne und Deckblatt: Joachim Ueberall

Nachtrag:

Am 30.03.98 lag die Rahmenkonzeption den Mitgliedern der Elterninitiative während der Jahreshauptversammlung vor. Ausgehend davon, dass eine Konzeption veränderbar, im Sinne des Schlusswortes bleiben muss, wurden noch einige Anregungen von Mitgliedern eingebracht, die hier stichpunktartig aufgenommen werden.
Zu Punkt 2 Rahmenbedingungen sollte das „Konzept zur Mädchenarbeit“ berücksichtigt werden; das wird in der päd. Konzeption zum Tragen kommen.
Zu Punkt 3 Arbeitsbedingungen und Strukturen (Zuständigkeiten) kommt ergänzend hinzu, dass die Stellenbesetzung paritätisch sein sollen; d.h.: weibliche und männliche Betreuer die hauptamtlichen Stellen besetzen soll; weiterhin sollen die Funktionen und Aufgabenbereiche der Leitung und der Mitarbeiter geregelt werden. Hierzu gab es bereits aus dem Arbeitskreis der hauptamtlichen BetreuerInnen aller Nürnberger ASPs eine Vorlage zur Arbeitsplatzbeschreibung, die im Vorstand der Elterninitiative BSP Langwasser diskutiert und angenommen wurde. Weiter zu Punkt 3 ( Ressourcen ) wird festgehalten, dass Hauptamtliche 38,5 Std. Wochenarbeitszeit abdecken. Im Herbst 1998 ist vor der Erstellung eine erweiterte Vorstandsitzung für alle interessierten Vereinsmitglieder geplant, in der ausführlich über konzeptionelle Fragestellungen diskutiert werden soll.